08.05.2014

ICLEI meldet sich zu Wort: Die Chancen eines EcoMobility World Festivals in Berlin: Eine einmalige Möglichkeit für Bewohner die Mobilität der Zukunft zu erfahren

Bonn, 7. Mai 2014 Ein EcoMobility World Festival 2015 bietet Bewohnern während eines Monats die Möglichkeit, die Mobilität der Zukunft zu erfahren. ÖkoMobilität (international: EcoMobility) ist eine ökonomisch und ökologisch verträgliche Form der Fortbewegung und des Transports und bietet einen substanziellen Beitrag zum Klimaschutz sowie zu sauberer Luft und einem gesunden Leben in der Stadt.

„ICLEI sieht das EcoMobility World Festival als eine Chance für Berlin, sich als Stadt der Zukunft zu profilieren. ICLEI appelliert an alle Beteiligten: vertut keine Chance, ehe sie ausgelotet ist. Gemeinsam mit unseren Berliner Partnern suchen wir eine Gesprächsplattform, die eine engagierte, sachliche Diskussion erlaubt“, sagt ICLEI-Generalsekretär Gino Van Begin vor dem Hintergrund der aktuellen hitzigen Debatte über die Aussichten für das Festival. „Wir begrüßen die vom Senat ausgesprochene Unterstützung mit Rat und Tat“.

Das EcoMobility World Festival ist eine Antwort auf die Klima-, Umwelt- und Gesundheitswirkungen des heutigen motorisierten Verkehrs. Während eines EcoMobility World Festivals haben Bewohner und politische Entscheidungsträger die Möglichkeit, saubere, lärmfreie und ökologische Formen von Mobilität zu entdecken und erfahren.


Beim Festival werden Erlebnisräume geschaffen und Anschauung geboten. In einem ausgewählten Stadtquartier wird für einen Monat ein Zukunfts-Szenario eingerichtet und gelebt – in diesem Fall das Szenario eines „ökomobilen Quartiers“.
Dies erfolgt als freiwillige Verabredung und in enger Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Bewohnern und Planern.


Nach dem Erfolg des ersten EcoMobility World Festivals in der südkoreanischen Millionenstadt Suwon hat ICLEI die Idee aufgegriffen und für das zweite Festival mit Verantwortungsträgern und Partnern in Berlin gesprochen, um die Machbarkeit abzuschätzen. „Dies haben wir in den vergangenen Monaten getan und sehen eine reale Chance für ein Festival im Helmholtz-Kiez im Bezirk Pankow“, sagt Van Begin.

„Mit engagierten Berliner Partnern vom team-red und dem Festival-Kreativdirektor haben wir eine Trägergesellschaft gegründet, um die Durchführung zu unterstützen.“
Das Festival passt sehr gut zu der initiativreichen Stadt Berlin und ICLEI möchte weiterhin Möglichkeiten für solch ein Festival im Helmholtz-Kiez oder in anderen Kiezen und Bezirken in einem Dialog erforschen. Weiterhin laufen Gespräche mit anderen Weltstädten, die die Stafette der EcoMobility World Festivals aufnehmen möchten.

Weitere Information

Jeder ahnt, daß unsere Form der automobilen Mobilität in Städten über die kommenden Jahrzehnte keine Zukunft haben wird. Die Motorisierung stößt in den Megastädten an ihre Grenzen. Städte suchen nach Lösungen und gehen verschiedene Wege. Aus Singapur, Oslo und London wurde die Citymaut bekannt. Peking hat eine Pkw-Zulassungsbeschränkung eingeführt. Curitiba führte als erste Großstadt den Bus Rapid Transit ein. Zahllose Städte organisieren regelmäßig autofreie Tage oder Wochenenden, um den Bürgern wenigstens einmal im Jahr das Erlebnis eines autofreien Straßenraumes zu gönnen.


Der Druck wächst. Die beginnende Klimakatastrophe erfordert drastische Einschränkungen der CO2-Emissionen. Die weltweiten Erdölvorräte gehen zur Neige. Viele Städte können die wachsende Zahl von Autos nicht mehr beherbergen. Bewegungsmangel als Ursache etlicher Zivilisationskrankheiten erfordert mehr körperliche Aktivität, weniger passives Sitzen. Die alternde Gesellschaft braucht neue Lösungen. Die Gesellschaft verlangt neue Mobilitätsangebote.


Wenn wir Verantwortung für die Zukunftsgestaltung übernehmen und nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte voraus schauen: welche Perspektive für den Stadtverkehr bietet sich? Die Antwort lautet: ÖkoMobilität (international: EcoMobility) als ökonomisch und ökologisch verträgliche Form der Fortbewegung und des Transports.


EcoMobility World Festival: Verabredung, ein Zukunfts-Szenario zu erleben
Mit den EcoMobility World Festivals haben wir eine neue Methode eingeführt. Es geht darum, mögliche langfristige Zukünfte auszuprobieren, denn man kann nur beurteilen, was man schon gesehen hat. Wir wollen Bürgern und politischen Entscheidungsträgern Gelegenheit geben, Neues zu sehen und kennenzulernen. Der Rahmen eines einmonatigen Festivals erlaubt, weitreichende Visionen erlebbar und – weil es hier um Mobilität geht – im Wortsinne er’fahr‘bar zu machen. Beim Festival werden Erlebnisräume geschaffen und Anschauung geboten. In einem ausgewählten Stadtquartier wird für einen Monat ein Zukunfts-Szenario eingerichtet und gelebt – in diesem Fall das Szenario eines „ökomobilen Quartiers“.


Dies erfolgt als freiwillige Verabredung und in enger Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Bewohnern und Planern. Dieses – für Viele im Leben einmalige – Projekt soll allen Beteiligten Spaß machen; daher fassen wir es in Form eines Festivals. Die Verabredung könnte so ablaufen:

  • Die Bewohner parken ihre Autos für einen Monat außerhalb des Festival-Gebietes, um die Straßen frei zu machen. 
  • Eine Palette innovativer Stadtfahrzeuge wird Bewohnern des Quartiers und Besuchern zur Verfügung gestellt. Eine Fahrzeugausstellung erleichtert den Überblick über die Vielfalt neuartiger Fahrzeuge, oft solcher, die man weder im Straßenraum noch in Läden sehen kann. 
  • Die Bewohner erproben Ökomobilität in ihren täglichen Leben. 
  • Verbindung zur internationalen Messe „Metropolitan Solutions“, die 2015 erstmals in Berlin stattfinden wird. 
  • Kindertagesstätten, Schulen, Läden, Restaurants und Bars, Kulturgruppen usw. entwickeln Ideen und Vorschläge, wie die gewonnenen Straßenräume genutzt werden können. 
  • Das Festival-Team steht im Kiez-Büro zur Verfügung, um bei der Realisierung der Vorschläge zu helfen und die verschiedenen Aktionen zu koordinieren. 
  • Nach einem Monat wird der Kiez wieder in den vorherigen Zustand versetzt – es sei denn, die Bewohner und die Verwaltung verabreden etwas anderes. 

Was bleibt? Eindrücke, Erfahrungen und Meinungen der Bewohner und Besucher, die für die Bewohner wertvoll, für die Stadtverwaltung aufschlußreich und andere Menschen weltweit interessant sein werden. Daher soll das Festival medienmäßig begleitet und gut dokumentiert werden.

Das EcoMobility World Festival in Suwon erwies sich als soziales Experiment: wie kommen wir zurecht, wenn wir die Abhängigkeit vom privaten Automobil aufgeben? Lehrer/innen in den Schulen und Erzieher/innen in den Kindertagesstätten griffen die Frage nach einer nachhaltigen Zukunft auf. Schüler gestalteten eine eigene Stadtteilzeitung. Kulturgruppen setzten sich per Straßentheater, Konzerten, Kunstausstellungen, Video-Wettbewerben usw. mit der Frage nach einem verantwortlichen Lebenstil auseinander. Für die meisten Bewohner wurde es zu einer Erfahrung, die sich nicht mehr missen mochten.

Zu ICLEI

ICLEI ist das weltweit führende Städtenetzwerk mit Sitz in Bonn wurde 1990 gegründet und repräsentiert mehr als eintausend Städte in 85 Ländern die sich einer nachhaltige Entwicklung verschrieben haben.

ICLEI ist die Organisation, die die Serie von EcoMobility World Festivals anführt und Erfahrungen mit dem ersten Festival dieser Art in der südkoreanischen Millionenstadt Suwon gesammelt hat. ICLEI möchte hier erläutern welche Chancen ein EcoMobility Festival darstellt!

Städte, die voraus schauen und ihren freiwilligen Beitrag zur globalen Umweltentlastung und zu globaler Nachhaltigkeit leisten wollen, haben sich im Weltstädteverband ICLEI zusammengeschlossen. Sie erwarten von uns nicht nur, daß wir eine Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch bieten, sondern dass wir weit in die Zukunft gerichtete Ziele aufzeigen, mit Städten in Pilotvorhaben innovative Wege ausprobieren und durch Modellprojekte neue „Best Practices“ etablieren. Mit uns arbeiten Städte, die „gestalten, nicht bloß verwalten“ wollen. - Berlin ist eine unserer Gründungsstädte.

Für Interviews und weitere Informationen:

Konrad Otto-Zimmermann
Kreativdirektor der EcoMobility-Festival-Serie
Tel: 0170 162 0124

 

Katrina Borromeo
ICLEI Pressereferentin
Tel: 0228 976 299 16

Im Anhang:
- Festival in Berlin – was ist das?
- Festival in Berlin – wie haengt das alles zusammen?
- Festival in Berlin – was lieft in Suwon?
- Festival in Berlin – was ist EcoMobility


 
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